FAQs Viva con Agua Mineralwasser

 


1. Welchen Sinn und Zweck erfüllt die Viva con Agua Wasser GmbH?

Mit unserem Viva con Agua Mineralwasser wollen wir auf der Grundlage eines innovativen und sozialen Businessmodells auf die Trinkwasserprojekte in Entwicklungsländern aufmerksam machen und diese unterstützen. Wir wollen möglichst viele Menschen mit unserer Idee erreichen und für unsere Vision Alle für Wasser – Wasser für Alle! sensibilisieren. Das Mineralwasser schafft die Möglichkeit über unsere Vereinsaktivitäten hinaus mit völlig neuen Zielgruppen in Kontakt zu kommen, denn jede Flasche schafft eine Verbindung zu VcA und unseren Zielen – sie stellt unseren „flüssigen“ Flyer dar und schafft so einen viel größeren Mehrwert für unsere Vision als nur den monetären Output. Auf dem Etikett findet man einen Text zur Sensibilisierung, unser Logo zur Wiedererkennung, unsere Homepage und weitere Informationen.

Für VcA ist das Mineralwasser der erste Schritt an der Schnittstelle zwischen NGO´s und Business aktiv zu werden. Die Verbindung zwischen dem sozialen und wirtschaftlichen Bereich bedeutet für uns zukunftsorientiertes Denken und Handeln. Hier wollen wir eine Vorreiterrolle spielen und zeigen, dass sich sinnhafte Alternativen etablieren lassen, die zugleich rentabel sind.

Wir möchten jedoch niemanden dazu bewegen, abgefülltes Wasser statt Leitungswasser zu trinken. Letzteres ist im deutschsprachigen Raum deutlich ökologischer. Wenn man sich jedoch für Flaschenwasser entscheidet, weil man kein Leitungswasser trinken kann oder will, dann ist das VcA Mineralwasser eine einfache und soziale Möglichkeit, Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, zu unterstützen.

In unserem Fall fließen mindestens 60% der Gewinne aus unseren Einnahmen aus dem Wasserverkauf in die Gemeinnützigkeit und damit in Projekte, die es Menschen ermöglichen, einen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu bekommen. Überall dort wo Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. “Wir privatisieren nicht, wir sozialisieren” ist das Motto an dieser Stelle. Darüber hinaus verpflichten wir uns, niemals Wasser in Regionen abfüllen zu lassen, in denen Wasserarmut herrscht!

2. Wie kam es zur Gründung der Viva con Agua Wasser GmbH?

Der Gedanke durch Konsumgüter eine gesellschaftliche Sensibilisierung voranzutreiben und damit gleichzeitig Geld für den sozialen Zweck zu generieren, kam uns schon sehr früh. Da man als Verein jedoch nicht zu hohe wirtschaftliche Einnahmen generieren darf, weil man ansonsten seine Gemeinnützigkeit verliert, haben wir uns entschlossen, das Ganze in eine GmbH auszulagern. Um diese zu gründen und zu finanzieren, brauchten wir Geld. Da wir dieses nicht aus Vereinsgeldern nehmen konnten/wollten, haben wir uns befreundete Geldgeber gesucht, die uns das benötigte Startgeld zur Verfügung stellen, auf jegliche Gewinne verzichten und als Zusammenschluss in einer Beteiligungsgesellschaft nach der Gründung der GmbH, 60% der GmbH an Verein und Stiftung für einen symbolischen Wert von einem Euro verkauft haben. Somit gehört die GmbH mehrheitlich dem Verein (20%) und der Stiftung (40%). Zudem fließen die restlichen 40% der Gewinne durch die Beteiligungsgesellschaft in die Vorfinanzierung neuer Social Business Modelle (wie zB. Der Goldeimer GmbH). Unter Punkt 3 findet Ihr, wer in der Beteiligungsgesellschaft sitzt und was für neue Social Business Modelle finanziert werden. Damit ist die GmbH ganzheitlich sozial orientiert und keine Privatperson bereichert sich durch die Gewinne der GmbH.

Durch die Gründung einer GmbH können die Gewinne an die Anteilseigener ausgeschüttet werden. Hätte man bspw. eine gGmbH gegründet, hätte man die Gewinne in der gGmbH reinvestieren müssen und somit das Ziel, Gelder für die Vereins- und Stiftungszwecke zu generieren, verfehlt.

3.  Wie ist diese aufgebaut und eingebunden bei VcA? // Wer ist an der GmbH beteiligt?

60% der Anteile sind in Händen der gemeinnützigen Organisationen und kommen deren Satzungszwecken zugute. Die verbleibenden 40% werden von der Viva con Agua Beteiligungs GmbH & Co. KG gehalten, die unsere sozial engagierten Investoren vertritt.

Um die Ziele von VcA langfristig zu unterstützen und die Idee über die Lebenszeit der heute handelnden Personen hinaus zu sichern, wurde Ende 2010 die Viva con Agua Stiftung gegründet. Stifter sind unsere langjährigen Unterstützer Mark Tavassol (Wir sind Helden), Bela B (Die Ärzte), Marcel Eger (FC Sankt Pauli) und Renate Eger (Unternehmerin). Die Stiftung hält 40% der Anteile der Viva con Agua Wasser GmbH. Mit 40% der Gewinne aus der GmbH werden damit sowohl direkt Projekte über die Stiftung finanziert, als auch langfristig das Stiftungskapital aufgebaut.

Weitere 20% hält Viva con Agua de St. Pauli e.V.! Der Verein ist die Herkunft und die Basis von Viva con Agua und somit auch des Flaschenwassers. Bei allen Aktivitäten der Wasser GmbH stehen Mehrwerte und Synergien mit dem Verein im Vordergrund! Er bekommt daraus 20% der Gewinne aus der Wasser GmbH und kann hierüber die Trinkwasserprojekte und die Vereinsarbeit unterstützen.

Die verbleibenden 40% der Viva con Agua Wasser GmbH werden gebündelt in der Viva con Agua Beteiligungs GmbH & Co. KG. Dementsprechend erhält die KG 40% einer Gewinnausschüttung durch die Wasser GmbH. In dieser Gesellschaft freuen wir uns über unsere Geldgeber und Unterstützer Frank Otto, Folkert Koopmanns, FC St. Pauli, Husumer Mineralbrunnen und Appel Grafik. Die sozialen Investoren gaben Markteinführungsinvestitionen, die somit nicht aus den Spendengeldern des Vereins erhoben werden mussten. Sie stellen das benötigte Startkapital zur Verfügung und refinanzieren ihr Engagement mittelfristig über ihre Beteiligung. Die Investoren haben kein Profitinteresse in dem Geschäftsmodell.  So werden stattdessen von den Gewinnen der KG weitere soziale Geschäftsmodelle finanziert, wie z.B. seit 2013 die Goldeimer GmbH (www.goldeimer.de ). Soziale Unternehmen fördern somit weitere soziale Ideen.

 

4. Wie und wo wird abgefüllt?

Im ersten Jahr 2010 wurden über den Husumer Mineralbrunnen als Lizenzpartner bereits 580.000 Flaschen verkauft, in 2011 ca. 1,6 Millionen, in 2012 ca. 4 Millionen und in 2013 sogar schon 6,3 Millionen Flaschen. Viele, viele Flyer, die VcA nicht bezahlen muss! Um die Transportwege möglichst ökologisch zu halten, wird das Mineralwasser aus dem Husumer Mineralbrunnen nur im nördlichen Deutschland vertrieben.

Im September 2014 ist ein weiterer Mineralbrunnen als Lizenzpartner dazu gekommen, die Privatbrauerei und Mineralbrunnenbetrieb H. Egerer in Großköllnbach. Dort wird das Viva con Agua Mineralwasser für Süddeutschland und vorerst Österreich abgefüllt und vertrieben.

2014 haben beide Brunnen ca. 9,6 Mio Flaschen verkauft, 2015 bereits ca. 13,7 Mio.

Seit Januar 2017 begrüßen wir einen neuen Lizenzpartner, die Goba AG, die ab sofort ein Viva con Agua Mineralwasser in der Schweiz produziert und verkauft, dessen Lizenzeinnahmen der Projektarbeit unseres Schweizer Vereins, Viva con Agua Schweiz, zugute kommen!

Seitdem das VcA Mineralwasser in Deutschland auf dem Markt ist, liegt der Anteil der Glasflaschen beständig bei ca. 65%. Das ist sehr ungewöhnlich, liegt aber wohl aber auch daran, dass die Verbraucher, die uns mit dem Kauf des Mineralwassers unterstützen, lieber zu Glasflaschen greifen.

VcA Wasser gibt es auch in PET-Flaschen, da der Verein sehr stark mit Musik, Bildungseinrichtungen und Sport verbunden ist. Für z.B. Sport-, Musik-, Schul- oder andere Outdoor-Veranstaltungen sind Glasflaschen maximal ungeeignet bzw. untersagt. Bislang sind noch keine tauglichen Verpackungsalternativen auf dem Markt, daher bleibt uns nur der Griff zur PET-Flasche. Sobald es umweltverträgliche Verpackungen gibt, werden wir unsere Lizenzpartner bitten, darauf zurückgreifen!

5. Wie funktioniert der Vertrieb des Wassers?


Um die Mineralbrunnen (Lizenzpartner) beim Verkauf des Wassers zu unterstützen und die neuen Kontakte über das Flaschenwasser optimal zu nutzen, haben wir in der VcA Wasser GmbH ein kleines Team von Mitarbeiter(inne)n, die als Ansprechpartner und Botschafter rund um den Viva con Agua Kosmos zur Verfügung stehen. Das Team der Viva con Agua Wasser GmbH findet ihr auf unserer Teamseite.

Viva conWasser GmbH schließt mit verschiedenen Herstellern, wie z.B. Mineralbrunnen, Lizenzverträge. Per Lizenzvertrag wird es den Mineralbrunnen gestattet, ein Flaschenwasser unter der Marke "Viva con Agua" abzufüllen und zu verkaufen. Im Gegenzug bekommt die VcA Wasser GmbH Lizenzeinnahmen zwischen 5-11 Cent pro verkaufter Flasche, abhängig von der jeweiligen Gebindegröße. Das entspricht etwa …-37,5%. Wir haben die Lizenzbeträge nicht höher gewählt, damit das Mineralwasser preislich im klassischen Mineralwassermarkt bestehen und damit eine echte Konsumalternative für alle darstellt. Sicherlich ist VcA Mineralwasser nicht vergleichbar mit Discounterprodukten, liegt jedoch im mittleren Preissegment herkömmlicher nationaler Wassermarken. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Preis, den man als Endkunde bezahlt, sich durch die Abfüllung, unseren Lizenzbetrag und durch Kosten auf Seiten des Getränkefachhandels, des Einzelhandels oder der Gastro zusammensetzen.

Aktuelle Preise erhält man immer von dem jeweiligen Händler der Region (siehe Händlersuche).

6.  Wie sind die bisherigen finanziellen Entwicklungen und Gewinnausschüttungen?

Am Ende eines abgelaufenen Geschäftsjahres kann nach Fertigstellung der Jahresbilanz festgestellt werden, wie hoch der Jahresüberschuss der VcA Wasser GmbH durch die eingenommenen Lizenzgebühren ist. Nach Abzug der Steuern ( und die sind nunmal nicht gering), die bei einem Jahresüberschuss anfallen, steht der tatsächliche Jahresgewinn fest. Die beteiligten Gesellschafter (Verein, Stiftung und KG) beschließen daraufhin die Ausschüttung des Gewinns gemäß dem jeweiligen Gesellschaftsanteil.

Dabei gehen 40% an die Stiftung, 20% an den Verein und 40% an die KG der Investoren (siehe Punkt 3).

In der Anfangszeit von Mitte 2010 bis Ende 2012 waren die Ausgaben höher als die Einnahmen und damit wurden diese durch die Einlage der Investoren finanziert. Zur Einführung des Produktes auf dem Markt und um die Marke „VcA Mineralwasser“ aufzubauen wurden bis zum Breakeven ca. 330000 € investiert. Seit 2013 erzielt die VcA Wasser GmbH Überschüsse, so dass mit den Lizenzeinnahmen aus 2013 und 2014 der Verlustvortrag der VcA Wasser GmbH aus den beiden ersten Jahren komplett abgetragen werden konnte. In dieser Zeit hätten wir gesellschaftsrechtlich keinen Gewinn ausschütten dürfen, solange dieser Verlustvortrag besteht.

Jedoch war es uns wichtig, von Anfang an unsere Projekte zu unterstützen. Schon 2011 konnte die Viva con Agua Wasser GmbH somit 5.000 Euro an das Indien Projekt spenden. Im Jahr 2012 folgte nochmals eine Spende von 15.000,- Euro, im Jahr 2013 in Höhe von 20.000.- Euro. Obwohl damit der Verlustvortrag erhöht wurde, wollten wir uns damit auch in den ersten Verlustjahren klar zum übergeordneten Ziel der Wasser GmbH und damit von VcA positionieren: Alle für Wasser – Wasser für Alle!

Neben Spenden und Gewinnausschüttung bestehen jedoch etliche zusätzliche Mehrwerte aus den Aktivitäten der Wasser GmbH. Diese reichen von Spenden, die die Kunden der Wasser GmbH direkt an den Verein tätigen, über Fördermitgliedschaften, die unsere „Vertriebs“mitarbeiter mit Kunden für den Verein abschließen konnten, bis hin zum Kauf von VcA-Merchandise durch Kunden oder anderen Leistungen. Neben diesen laufend entstehenden Mehrwerten finanzieller Art sind auch die entstehenden Kontakte und Netzwerke besonders wertvoll. Etliche Personen und Organisationen werden erst über das Wasser auf den Verein aufmerksam. Es ist wichtig, die Gesamtheit der Mehrwerte zu betrachten, die das Mineralwasser VcA bringt.

 

 

7. Welche Wege sollen in Zukunft eingeschlagen werden?


Aus den Rückzahlungen und Gewinnen der KG konnte bereits seit 2013 die Goldeimer GmbH unterstützt werden, die durch ihren sanitären Fokus einen wesentlichen Beitrag zu den WASH-Themen von VcA leistet und zur VcA-Family gezählt wird. Das Goldeimer Klopapier ist das zweite Lizenzprodukt zur gesellschaftlichen Sensibilisierung, welches auf den Markt gebracht werden konnte.

Ziel ist es, den Konsumenten durch Produkte des täglichen Lebens auf die drei Bereiche (WA-S-H) für die sich VcA einsetzt, aufmerksam zu machen. Dabei steht das Mineralwasser für die TrinkWAsserprojekte, das Klopapier für die Sanitärkomponente unserer Projekte und es wird aller Voraussicht nach noch etwas im Hygienebereich folgen. Des Weiteren sollen die Produktverpackungen mehr auf das, was in den Projekten geschieht, aufmerksam machen, Informationen zu den Projektländern kommunizieren und somit den globalen Zusammenhang unseres Konsumverhaltens verdeutlichen.

Wir werden mit unseren aktuellen und zukünftigen Partnern für die Herstellung und den Verkauf Schritt für Schritt die Produkte und ihre Verpackungen umweltfreundlicher und ressourcenschonender gestalten. Da dies immer mit großen Investitionen auf Seiten unserer Produzenten verbunden ist, kann dies nur schrittweise und im Rahmen vernünftiger Wirtschaftlichkeit erfolgen. Klar ist, je größer die Nachfrage und damit auch die wirtschaftliche Bedeutung der Produkte zunimmt, umso einfacher wird  dieser Prozess.

Auch hier zeigt sich wieder, wie der Konsument durch seine Nachfrage das Angebot beeinflussen kann. Jeder Einzelne kann mit seiner Kaufentscheidung auf den Markt und sein Angebot positiv einwirken.