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Mit dem Beginn der Jungsteinzeit entstand der Ackerbau – und die Menschen erkannten schnell die Vorteile einer Bewässerung. Diese Entwicklung fand lokal als so genannter Grabstockackerbau in der Levante, also den Ländern des östlichen Mittelmeeres, in Mesopotamien (heute: Teile Syriens und des Irak) statt. Dabei kamen vor allem primitive Geräte wie Furchenstock und Erntemesser zum Einsatz. Nach neuesten Erkenntnissen datieren Wissenschaftler die Anfänge des Ackerbaus um 11.000 vor Christus, in Europa zwischen 7.000 und 4.000 vor Christus.
 | | | Joujou / pixelio.de | | | Bewässerungsfontänen | |
In Mesopotamien entstanden bereits Ende des vierten Jahrtausends vor Christus effektive Bewässerungstechnologien für die Felder, begünstigt durch die Lage des Gebietes zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. Der Niederschlag betrug in dieser Region etwa 100 bis 200 mm pro Jahr. Das war für eine optimale Kultivierung zu wenig. Daher nutzten die Menschen das Wasser der Flüsse und brachten es in großen Mengen auf ihre Felder. Als Folge siedelten sich immer mehr Menschen in Mesopotamien an. Es bildeten sich Städte, die durch Handel und Handwerk immer bedeutender und wohlhabender wurden. Im dritten Jahrtausend vor Christus wurden im südlichen Mesopotamien bereits rund 30.000 qm Land bewirtschaftet, auch eine Regulierung der Flüsse Euphrat und Tigris ist nachweisbar. Fester Bestandteil in der mesopotamischen Kultur war auch eine gewisse Logistik beim Bau von Deichen und Kanälen, der Verteilung des Wassers und der Überwachung der Anlagen.
Auch im alten Ägypten war das Bewässerungssystem rund um den Nil der Ursprung des Wohlstands. Wie in Mesopotamien kam es zum Aufbau komplexer wasserbaulicher Strukturen. Basis des Systems war die Schwankung des Nilpegels. Diese Schwankungen wurden entlang des Flussverlaufs mit so genannten Nilometern erfasst, offene Schächte mit einer Pegelsäule in der Mitte, die über Kanäle mit dem Nil verbunden waren.
Qanate und Aquädukte
 | | Michael Baudy / pixelio.de | In den hoch gelegenen Ebenen Persiens und Armeniens wurde 2000 Jahre vor Christus eine besonders raffinierte Technik zur Wassernutzung erfunden: Qanate, horizontale Brunnen, die Trink- und Nutzwasser aus den Bergen beziehen. Diese Brunnensysteme tief unter dem Erdboden versorgten Siedlungen in bergnahen Wüstengebieten mit Wasser, wodurch Landwirtschaft erst möglich wurde. Eine der bekanntesten dieser Anlagen ist das Qanat von Gonabad, mit einem Mutterbrunnen von 350 m Tiefe und einem Alter von über 2500 Jahren.
 | | | Alexander Bartl / pixelio.de | | | Antikes Aquädukt | |
Die Idee der Qanate bereitete sich auch in Ägypten aus, später zudem im Römischen Reich. In Italien jedoch setzte sich das Aquädukt durch. Dieses Bewässerungssystem lässt sich ziemlich exakt bis 690 v. Chr. zurückverfolgen. Im Jahr 312 v. Chr. erbauten die Römer das erste Aquädukt, das Rom mit Wasser versorgte. Rund 40 Jahre lang genügte die „Aqua Appia“ den Ansprüchen der wachsenden Stadt, dann mussten größere Fernwasserleitungen errichtet werden.
Im Jahr 97 nach Christus gab es insgesamt neun dieser Systeme mit einer Gesamtlänge von mehr als 500 Kilometern.
Die 91,6 km lange „Aqua Marcia“ und die 23 km lange „Aqua Julia“ führten das Wasser auf 11 bzw. fast 10 km über Viadukte (trassenähnliche, tälerüberspannende Bogenbrücken). |