viva con agua
Frauen schöpfen Wasser im weit entfernten Fluß.
Bauern ernten das ertragsarme Teff.
2. Projekt: Milleniumsdorf Sodo, Äthiopien
Ziel: Bau von fünf Brunnen
Kosten: ca. 50.000 Euro
Nutzer: Über 2000 Menschen
Partner: Deutsche Welthungerhilfe
Start: November 2006
Status: Abgeschlossen
Das Projekt: Tiefbohrbrunnen in Äthiopien
 
Äthiopien im Überblick 
 
Entwicklungsland Äthiopien 


2006/2007: Das erste Projektland für Viva con Agua in Afrika lautete Äthiopien. Im Milleniumsdorf Sodo stellt Viva con Agua mit fünf Tiefbohrbrunnen die Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung sicher.
 


Großbild
Mit vielen neuen und bewegenden Eindrücken kehrten vier Mitarbeiter des Vereins Viva con Agua Anfang Dezember 2006 aus Äthiopien zurück. Gemeinsam mit Vertretern der Welthungerhilfe (DWHH) hatten sie ein neues Projektgebiet in Sodo, 200 km von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt, besucht.

Bei Sodo handelt es sich um ein Streudorf, in dem innerhalb eines Radius von 5 km ca. 2.500 Menschen leben. Die Bevölkerung lebt ausschließlich von der Landwirtschaft, wobei hauptsächlich das ertragarme Teff angebaut wird. Da das Land von immer wiederkehrenden Dürreperioden heimgesucht wird, ist nur ein begrenzter Ackerbau möglich.

Die Bauern leben in kleinen Gehöften, die aus mehreren Stroh- und Lehmhütten bestehen. Im Regelfall leben die Menschen als Großfamilie zusammen mit ihrem Vieh unter einem Dach.

Zum damaligen Zeitpunkt bezogen die Bewohner ihr Wasser noch aus einem entfernt gelegenen Fluss. Zur Eigenversorgung mussten Frauen und junge Mädchen täglich eine lange Strecke (ca. 4 Stunden!) zu Fuß bewältigen, um mit Krügen und Plastikbehältern das Wasser aus dem Fluss zu holen.

Beladen mit 10 bis 20 l schweren Behältnissen traten die Frauen einen beschwerlichen Weg an, der sie durch felsiges, karges Gelände führte. Zudem waren in dem hügeligen Gebiet 80 Höhenmeter zu überwinden.

Wegen des Verschmutzungsgrades musste das Wasser abgekocht werden, dies war jedoch aufgrund der Menge des Wassers und des Holzmangels kaum machbar.

Sodo ist ein so genanntes Millenniumsdorf, in dem die von der UN deklarierten Millenniumsziele umgesetzt werden. Die konkreten Maßnahmen in Sodo, das sich durch eine funktionierende Dorfgemeinschaft auszeichnet, sollen sich auch auf die Entwicklung der umliegenden Gemeinden der Region auswirken.

Viva con Agua übernahm in Sodo die Wasserkomponente aus den Millenniumszielen: Gemeinsam mit der DWHH und einer äthiopischer NGO namens CDSE (Community Development Service Ethiopia) wurde der Bau von fünf Tiefbohrbrunnen realisiert.

Damit wurde auf die Bedürfnisse der Dorfbevölkerung eingegangen, die in einem demokratischen Prozess in Kooperation mit der DWHH und dem CDSE beschlossen hatte, dass die Verbesserung der Wasserversorgung von großer Dringlichkeit ist. Die hohe Anzahl von durch Schmutzwasser verursachten Krankheiten und die Säuglingssterberaten bestätigten dies.

Die Bohrbrunnen haben eine Tiefe von ca. 80 Metern, da das Grundwasser erst auf diesem Niveau anzufinden ist. Der Brunnenbau kann im Gegensatz zu herkömmlichen Brunnen nur mit schwerem Gerät durchgeführt werden. Die Bohrungen werden mit dickwandigen PVC-Plastikrohren ausgelegt. Danach wird eine geeignete Pumpe installiert, die sich in der der Brunnentechnik bereits mehrfach bewährt hat.

Die Untersuchung der Wasserqualität erfolgt durch das renommierte Pasteur-Institut.

Die Wasserverbrauchsmenge ist pro Tag und Person gemäß internationalem Standard auf 10-15 Liter ausgerichtet. Die Daten der bisherigen Tiefbohrungen in der Gegend belegen eine Menge an verfügbarem Trinkwasser, mit der dieser Bedarf nicht nur abgedeckt wird, sondern darüber hinaus auch einige Gemüsebeete bewässert und das Vieh versorgt werden können.

Die lokale Partnerorganisation CDSE beauftragte eine zuverlässige Firma mit dem Brunnenbau und garantiert die Ersatzteilversorgung und Verfügbarkeit von Technikern zur Wartung der Brunnen. Letztendlich werden die Wasserversorgungspunkte von den Dorfbewohnern selbst verwaltet, indem ein Nutzerkomitee mit entsprechenden Regeln zur Nutzung, Pflege und Wartung über die Brunnen wacht.

Dadurch ist nun eine nachhaltige Trinkwasserversorgung der ortsansässigen Bevölkerung gewährleistet. Kein Dorfbewohner lebt jetzt weiter als 0,5 km von einem Wasserversorgungspunkt entfernt!

 
Brunnen der Welthungerhilfe in Äthiopien.
Von der sinnvollen und zeitnahen Umsetzung des geplanten Brunnenbaus konnte sich eine Reisegruppe von Viva con Agua bei einem erneuten Projektbesuch im Januar 2008 vor Ort überzeugen: Wo beim letzten Besuch noch großer Wassermangel herrschte, traf sich die Dorfbevölkerung nun an den fünf neuen Brunnen.
Ein schützender Holzzaun war um jeden Brunnen errichtet und ein kleiner Gemüse- und Heilpflanzengarten an jeder Wasserstation angelegt worden.

Die Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe und CDSE verlief hervorragend, weitere gemeinsame Projekte in der Umgebung von Sodo sind inzwischen geplant und werden voraussichtlich 2009/2010 umgesetzt!

Christian Wiebe
Viva con Agua de Sankt Pauli

 
viva con agua
Ein landesüblicher Wasserkrug.
2. Projekt: Milleniumsdorf Sodo, Äthiopien
Ziel: Bau von fünf Brunnen
Kosten: ca. 50.000 Euro
Nutzer: Über 2000 Menschen
Partner: Deutsche Welthungerhilfe
Start: November 2006
Status: Abgeschlossen
Das Projekt: Tiefbohrbrunnen in Äthiopien
 
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