Wasserprojekte


Wasser in den Religionen

"Wasser, du bist die Quelle jeden Dinges und jeder Existenz."
(Indisches Sprichwort)

In vielen Religionen spielt Wasser als Symbol des Lebens und der Erneuerung eine wichtige Rolle.
Hier einige Beispiele:

Taufbecken

Taufbecken

Christentum

Im Christentum ist es Ursprung allen Lebens: In der Schöpfungsgeschichte heißt es, dass die Erde komplett mit Wasser bedeckt war. Erst am dritten Tag erschuf Gott Land: ?Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so.? Bei der Sintflut oder auch in den elementaren Handlungen der Taufe ist die reinigende Kraft des Wassers von Bedeutung. Und vorher geweihtes Wasser macht es leichter, Gottes Segen unter den Gläubigen zu verteilen.

Die Begebenheiten in der Bibel spielten sich überwiegend im heutigen Israel, Saudi-Arabien oder auch Ägypten ab ? also in sehr trockenen Gebieten und Wüsten. Die große Bedeutung, die Notwendigkeit und der Wert des Wassers sind hier darum besonders eminent. In der Bibel wird Wasser darum auch häufig als Symbol verwendet.


Judentum

Auf der Reise von Ägypten nach Israel wurde das jüdische Volk vom Wasser beschützt. Es verschlang die Verfolger, als das Rote Meer hinter Moses zusammenstürzte. Wasser rettete ihnen das Leben in Form des Brunnens Miriam, der sie durch die Wüste begleitete. Zur Erinnerung an diese Geschehnisse feiern die gläubigen Juden den Sukkot, das Wasserschöpffest.


Waschbrunnen vor einer Moschee

Waschbrunnen vor einer Moschee

Islam

Im Islam gilt das Wasser als das Ursymbol des Lebens.
Es steht für Schöpfung, Geborgenheit, Reinheit, Heilung und ist eine Verbindung zu etwas Göttlichem. Da auch der Islam in den trockenen Wüstenregionen Arabiens entstanden ist, war die Bedeutung des Wassers und somit in der Religion groß. Allah wird im Koran oft mit dem grenzenlosen Ozean verglichen. Er schenkt den Menschen, den Pflanzen und allen anderen Lebewesen sein Wasser. Und das Paradies schließlich wird als prächtiger Garten beschrieben, durch den kühles und reines Wasser fließt. Besonders in den trockenen arabischen Ländern sind noch heute aufwendig angelegte Gärten ein Zeichen des Glaubens an Allah und Sinnbild für das Paradies auf Erden. Nach Überzeugung der Muslime steht dem Gläubigen stets ausreichend Wasser zur Verfügung, während den Ungläubigen das Wasser entzogen wird und ihre Gärten vertrocknen.Muslime beten fünfmal am Tag. Vor jedem Gebet waschen sie sich ihr Gesicht, Hände, Arme und Füße. Bei jeder Moschee befinden sich darum Becken mit fließendem Wasser für die rituelle Gebetswaschung.


Buddhismus

Auch im Buddhismus hat Wasser eine große Wichtigkeit: Es ist eines der vier bedeutenden Elemente. Jedoch besitzt das Wasser der Seen, Flüsse oder Meere in der buddhistischen Lehre keine spirituelle Bedeutung, es gilt als vergänglich. Der Strom des Wassers in einem Fluss spiegelt aber das Sinnbild der buddhistischen Lehre wieder ? die klare, ruhige Art des fließenden Wasser symbolisiert den langen Weg der Meditation bis hin zur Erlösung des menschlichen Daseins, der Erlangung des Nirwanas, wider. Darum wird in dem Element Wasser gleichzeitig eine neue, bessere Welt gesehen.


Reinigendes Bad im Ganges

Reinigendes Bad im Ganges

Hinduismus

Im Hinduismus ist das Wasser die personifizierte Kraft der Reinigung von Körper und Geist. Im indischen Bhavishyotara Purana gilt das Wasser als Ursprung der ganzen Existenz und bringt die Seelen zum Ort des ewigen Lebens oder bis zu einer irdischen Wiedergeburt. Im heiligen Fluss Ganges, der im Himalaja entspringt, reinigen sich unzählige Pilger durch rituelle Waschungen von durch Handlungen (Karma) angesammelter Schuld, wodurch das Nirwana, die Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, näher rückt.