Wasserprojekte


Brunnen für Benin

Manigri, ein Millenniumsdorf der Deutschen Welthungerhilfe im Nordwesten Benins, war unser drittes Projektgebiet, welches wir durch den Erlös der Wassertage 2007 vollständig finanzieren konnten.

Die WHH legt Wert darauf, dass die Dorfbewohner den Brunnen selbst instandhalten können.

Die WHH legt Wert darauf, dass die Dorfbewohner den Brunnen selbst instandhalten können.

Alle Erlöse der VIVA CON AGUA Wassertage 2007 fließen zu 100% nach Manigri, damit dort Brunnen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse gebaut werden können.

Zwischenstand Juli 2008:

Aus aktuellem Anlass sammeln wir wieder für Benin!

Durch das dreizehntägige WASSERTAGE Festival im Sommer 2007 hatte Viva con Agua die erforderliche Spendensumme für den Bau von 5 Schachtbrunnen eingespielt. Im Zuge unserer Projektreise Anfang 2008 stellten wir vor Ort die Notwendigkeit fest, die Baumaßnahmen zu optimieren, das heißt genau:

Die Brunnen müssen besser geschlossen (gedeckelt) und mit einer Handpumpe versehen werden, um Verunreinigungen des Trinkwassers kategorisch zu vermeiden. Dafür benötigen wir noch ca. 10.000 Euro, um diese technischen Verbesserungen an den Brunnen zu realisieren. Im Lauf der Festivalsaison wollen wir den Betrag durch euren Becherpfand eingenommen haben! Macht mit!


Die westafrikanische Republik Benin hat über 7 Millionen Einwohner, ist so groß wie die ehemalige DDR und zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.

Beinahe ein Drittel der Menschen müssen mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Die Armut konzentriert sich vor allem auf die ländlichen Regionen und den Norden Benins. Landesweit können über 60 % der Menschen weder lesen noch schreiben, bei Frauen liegt die Analphabetenrate sogar bei 75 %.

 

Die politische Situation hingegen ist stabil. Der Staat fördert ausdrücklich selbstbestimmte Strukturen der Zivilgesellschaft und forciert die Teilhabe von Frauen und Jugendlichen an Entscheidungsprozessen. Seit mehreren Jahren gibt es massive Reformbewegungen, die als vorrangige Aufgabe den Naturschutz und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in Verbindung mit der Reduzierung der Armut nennen.

Allerdings hemmen bislang eine hohe Inflationsrate sowie schwaches Wirtschafts- wachstum spürbare Fortschritte.

Zudem ist die landestypische Baumsavanne als Kultur- und Lebensraum im Verschwinden begriffen. Das in ländlichen Gebieten hohe Bevölkerungswachstum beträgt bis zu 4%. Immer knapper werdendes Land und die traditionelle Form der Brandrodung in Kombination mit intensivem, auf den Export ausgerichteten Baumwollanbau führen zur Über- und Fehlnutzung der natürlichen Ressourcen und Verschlechterung, konkret zur Vertrocknung der Böden.

Die Probleme Benins bündeln sich brennglasartig in unserem neuen Projektdorf: Da die Bevölkerung Manigris (derzeit 17.000 Einwohner) rasant wächst, wird es für die Menschen in dem von Armut geprägten Dorf immer schwieriger, von den Erträgen der begrenzten Anbauflächen zu existieren. Manigri liegt in dem waldreichsten Gebiet Benins, zwei große Waldschutzgebiete konservieren hier kostbare Ressourcen. Für die Bevölkerung folgt daraus jedoch, dass lediglich eine geringe Fläche für den landwirtschaftlichen Anbau zur Verfügung steht.

Viva con Agua wird zusammen mit der Deutschen Welthungerhilfe und ihrer lokalen Partnerorganisation AGEDREN (Vereinigung zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen von Benin) in Manigri dazu beitragen, die UN-Millenniumsziele umzusetzen. Dazu gehören vor allem den Anteil der Hungernden und Armen zu halbieren, allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen, die Kindersterblichkeit zu senken und den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt sichern.

Dafür übernimmt Viva con Agua die Trinkwasserkomponente. Geplant ist der Bau von 5 Brunnen, um die Versorgung mit Trinkwasser in Manigri zu optimieren. Es handelt sich dabei um Schachtbrunnen mit Seilwinden. Bisher wird der Bedarf an Wasser aus Tümpeln, Wasserlöchern und kleinen Bächen gedeckt. Ein menschenwürdiger Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser ist nicht gegeben.

Die Verfügbarkeit von Brunnenwasser ist eine der wichtigsten Verbesserungen der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung. Dabei profitieren Frauen und junge Mädchen, die traditionell für die Wasserbeschaffung im Haushalt zuständig sind, am meisten. Im Dorf werden im Zuge des Brunnenbaus Komitees gebildet, denen mindestens 40% Frauen angehören. Diese kümmern sich um die Trinkwasserhygiene, Reparaturen und die regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität. Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben erhalten sie eine Ausbildung von AGEDREN.

Die Dorfbevölkerung leistet einen eigenen finanziellen Beitrag zum Brunnenbau. Um die Brunnen herum werden durch gemeinsame Aufforstung Schutzzonen errichtet und Einkommen schaffende Maßnahmen wie zum Beispiel Gemüseanbau durchgeführt.

Somit werden die Brunnen an gut vorbereitete und ausgebildete Nutzergruppen übergeben. Dies garantiert eine nachhaltige Nutzung und Langlebigkeit der Brunnen.

Besonders im ländlichen Raum erleben fast 100 von 1.000 Kindern ihren fünften Geburtstag nicht. Daher werden zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge in Manigri neben dem Bau von Brunnen auch Seminare zur HIV/AIDS-Aufklärung etabliert.

Hilfe zur Selbsthilfe ist hier wie in allen anderen von Viva con Agua unterstützten Projekten das zentrale Prinzip.

Die Dorfgemeinschaft entscheidet selbst, welche Ziele verfolgt werden sollen, um die Probleme in ihrem Dorf zu lösen. Die Bevölkerung ist nicht nur an der Entscheidung beteiligt, was dafür notwendig ist, sondern sie engagiert sich aktiv bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen.

Enge Abstimmungen zwischen Mitarbeitern der Welthungerhilfe, lokalen Partnerorganisationen, lokalen Behörden sowie den Menschen im Dorf sind deshalb unbedingt notwendig und finden regelmäßig statt. Die Welthungerhilfe wird permanent überprüfen, welche Fortschritte wirklich erreicht worden sind. Auch in den Nachbardörfern Manigris sollen die Menschen an den positiven Veränderungen teilhaben. Wichtige Schritte, um Entwicklung voranzubringen und mit den Menschen gemeinsam eine Perspektive für eine bessere Zukunft zu schaffen!

Viva con Agua freut sich auf seine neue Aufgabe in Afrika. Wir werden regelmäßig auf unserer Homepage über die Projektarbeit berichten, vor allem werden wir uns so bald wie möglich persönlich ein Bild von der Situation vor Ort machen!

Christian Wiebe
Viva con Agua de Sankt Pauli