Wasserprojekte


Die Verbindung mit WATERMAN OF INDIA

Mit Viva con Agua erlebten die Besucher der India Week den Gewinner des „Nobelpreis für Wasser 2015“ in einzigartiger Atmosphäre - im Stadion des FC St. Pauli! Der Waterman of India kam in die Hansestadt! Hier lesen, wie alles zustande kam!

Viva con Agua auf Projektbesuch im Herbst 2014 gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus dem Netzwerk - eine Geschichte aus dem Tagebuch: "Wie alles zustande kam".

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„I know your organisation and I love your organisation (...) I can say your organisation is a real model for the voluntary action, so I salute all of you. I salute your dedication and commitment for the cause. Since your cause is really my cause.“ (Waterman Dr. Rajendra Singh)

 
Künstler Nils Kasiske, Waterman of India, Viva con Agua-Mitbegründer Michael Fritz

Künstler Nils Kasiske, Waterman of India, Viva con Agua-Mitbegründer Michael Fritz

 

Der erste Tag: Das Treffen mit dem Waterman

Gut, dann geht’s also los zum Flughafen, ziemlich früh aber trotzdem etwas zu spät um von Delhi nach Patna in der Region Bihar zu fliegen. Von dort aus werden wir in zwei Projektgebiete fahren, eins nahe der Grenze zu Nepal, das andere etwas südlicher in Richtung Bangladesh. Der erste Punkt auf unserem reichhaltigen Zeitplan aber ist ein Treffen mit dem 'Waterman of India'. Dr. Rajendra Singh ist ein international bekannter Aktivist, der seit über 30 Jahren für den Erhalt und Schutz der Gewässer Indiens, sowie für sauberes Trinkwasser kämpft und in Indien extrem viel bewegt hat – vor allem auch was das öffentliche Bewusstsein über das Thema Wasser anbelangt. Für uns ist es also ziemlich spannend den Waterman persönlich zu treffen und natürlich auch anzuspüren, wie da die Verbindung zu VcA aussieht – schließlich haben wir eindeutig das gleiche Herzensthema.

So zumindest der Plan, der allerdings fast zu scheitern droht, als sich beim Final Call unseres Fluges noch immer nicht alle Gruppenmitglieder von der Toilette trennen können (aber darum soll es ja auch gehen).

Irgendwie sitzen wir ein paar Stunden später tatsächlich mit dem Waterman um einen Konferenztisch herum und stellen uns reihum vor. (***Falls noch nicht geklärt sollte man hier mal sagen, wer „wir“ ist, also Melanie, Marcus, Daniel, Anna, Nils, Sanjib, Micha, Anja und ich, Clara... und natürlich der Waterman.) Ein älterer, charismatischer Mensch, der ruhig und klar von seiner Vision und seiner Arbeit erzählt.

Seit 1984 setzt er sich, zunächst vor allem in seiner von Wasserarmut geprägten Heimat Rajasthan und mittlerweile in ganz Indien für sauberes Wasser und den bewussten Umgang damit ein. Wassergewinnung, aber auch -aufbereitung und Wassermanagement sind die wichtigsten Punkte – was das genau bedeutet, werden wir in den nächsten Tagen wohl noch besser zu verstehen lernen.

Auch ist er aber das Gesicht und die Stimme einer landesweiten Bewegung zum Schutz der Gewässer Indiens und Symbol für ein wachsendes Bewusstsein und Engagement im eigenen Land. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist es, die Menschen über ihr Grundrecht auf Wasser aufzuklären und sie zu motivieren dies auch tatsächlich einzufordern und dafür zu kämpfen.

 

Und VcA? Kennt er, ziemlich gut sogar: Zwei Volunteers aus dem Weltwärtsprogramm arbeiten in seinem Projekt und offensichtlich haben sie Viva con Agua gut vorgestellt, denn er ist eindeutig Fan! Er ist  aufrichtig beeindruckt von dem gebündelten sozialen Engagement und dem VcA-Style, mit Freude zu agieren. Und an dieser Stelle ein fettes Lob und großen Respekt vom Waterman of India an den ganzen VcA-Kosmos  „I know your organisation and I love your organisation (...) I can say your organisation is a real model for the voluntary action, so I salute all of you. I salute your dedication and commitment for the cause. Since your cause is really my cause.“

Und genau so etwas, sagt er, könne in Indien ebenfalls funktionieren – in den großen Städten wie Mumbay oder Delhi leben so viele junge Menschen mit genügend Zeit und Ressourcen und vor allem mit großem kreativen und sozialen Potential. Und damit kommen wir zur wirklich spannenden Frage: Ob Viva con Agua das nicht anstoßen könne? Der Waterman selbst ist mit seinem Engagement an anderer Stelle aktiv, aber eine solche Ehrenamtsstruktur wäre in seinen Augen wichtig: Ob VcA hier die 'urban youth' motivieren könne?

Ja, also gute Frage. Erstmal natürlich irgendwie nicht –  Viva con Agua will ja so etwas wie Belehrung um jeden Preis vermeiden und logisch müsste so eine Bewegung in Indien selbst wachsen. Aber andererseits – die meisten Supporter sind ja irgendwann von der VcA-Idee und dem Spirit angesteckt worden und dann entflammt – warum soll der Funke eigentlich nicht auch bis Delhi hüpfen?  Das zumindest geht mir durch den Kopf und ich frage mich, was Viva con Agua nicht noch alles teilen könnte – und wo da die Grenzen sind.

Leider bleibt gar nicht mehr so viel Zeit (eine Einladung von Prince Charles wartet auf den Waterman) aber wir entwerfen trotzdem noch zwei Ideen: Micha plant einen Bollywood-Film zum Thema WASH mit Sharuk Khan, DEM Filmstar Indiens. Der Waterman will zwar auf keinen Fall singen oder tanzen, findet die Idee aber spitze und verspricht Kontakte zu knüpfen. Außerdem sprechen wir noch über das Problem der Wasserprivatisierung und wie man den Konzernen, wie Kinleys oder CocaCola das Handwerk legen kann - tatsächlich hat auch der Waterman mit seiner Organisation Jal Jan Jodo schon über eine eigene Wassermarke als Alternative nachgedacht – Quellwasser lässt grüßen. Also, der Austausch macht auf jeden Fall für beide Seiten Sinn – vielleicht ja das nächste Mal bei einem Besuch von Rajendra Singh  bei VcA in Deutschland? Jetzt muss der Waterman aber fix weiter, er betont jedoch nochmal – und sicher nicht aus Höflichkeit! – wie sehr er die Arbeit von Viva con Agua schätzt und... „frankly: To me you are worth so much more than Prince Charles.“


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