FAQ: Wasserprojekte

Was sind Wasserprojekte eigentlich? Wofür steht WASH? Und wie hilft Viva con Agua? Für den ersten Wissensdurst!

Was bedeutet WASH? Wofür steht die Abkürzung?

Wie sieht ein Brunnen eigentlich aus?

 

Was für Toiletten werden gebaut?

Was passier bei einer Hygieneschulung?

Mit welchen Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental-Organisations/NGOs) arbeitet Viva con Agua in Projektländern zusammen?

Wie wird ein Projekt ausgewählt bzw. wie kommt Viva con Agua darauf?

Wie stellt Viva con Agua die Langfristigkeit von Projekten sicher?

Was ist ein Wasserkomitee?

Wieso bezahlen Menschen vor Ort für die Nutzung des Brunnens?

Was kommt denn von den Spenden in den Wasserprojekten an?


Was ist WASH? Wofür steht die Abkürzung?

Antwort: WASH steht für Water, Sanitation and Hygiene und bildet die Pfeiler der Auslandsprojekte von Viva con Agua. Der Dreiklang dieser Projektkomponenten ermöglicht dauerhaften Erfolg von WASH-Projekten, da Trinkwasser sauber bleibt. Dies ermöglicht die langfristige Verbesserung der Lebensgrundlage innerhalb der unterstützten Communities.

Wie sieht ein Brunnen eigentlich aus?

Antwort: Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. In den Projekten treffen wir auf unterschiedliche Gegebenheiten, die verschiedene Brunnenartenbenötigen. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel der Grundwasserspiegel. 

Am verbreitetsten sind Flachbrunnen mit Handpumpsystem. Bei diesen Brunnen wird bis zu 60m Meter tief gebohrt, um an das Grundwasser zu kommen. Handpumpsysteme befördern mit Unterdruck das Wasser an die Oberfläche.

Oftmals reicht es aber auch, bestehende Quellen durch betonierte Quelleinfassungen vor Verschmutzung zu schützen. Von diesen wird das Wasser weitergeleitet.

Was für Toiletten werden gebaut?

Antwort: Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, da sich auch Toiletten unterscheiden. Meist werden Latrinen, also Stehklos, gebaut. In ein Loch im Boden wird Beton eingelassen, um das Grundwasser vor Verschmutzung zu schützen und oben durch eine Keramikstandfläche (oder einfach einen Deckel aus Beton) abgedeckt. Latrinen funktionieren ohne Wasser. Vor den Latrinen werden Einrichtungen zum Händewaschen aufgebaut, um Handdesinfektion nach der Toilettenbenutzung zu ermöglichen.

Was passiert bei einer Hygieneschulung?

Antwort: Bei den Hygiene-Schulungen werden Leute in verschiedenen Hygiene-Themen geschult. Die Spannbreite dabei ist sehr groß: Wieso sollte open defecation, also das Verrichten des Stuhlgangs im Freien, vermieden werden? Wie wasche ich meine Hände und wieso ist das wichtig? Die geschulten Personen sollen ihr Wissen danach weitergeben und als Multiplikatoren agieren.

Frage 4: Mit welchen Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental-Organisations/NGOs) arbeitet Viva con Agua zusammen?

Antwort: Die größte Partnerorganisation von Viva con Agua ist die Welthungerhilfe und ihre jeweiligen Auslandsbüros. Darüber hinaus werden lokale NGOs, wie ORDA in Äthiopien, „Waterman of India“ (Jan Jal Jodo) in Indien, öffentliche Einrichtungen und die Zivilbevölkerung in die Projektarbeit einbezogen.

Wie wird ein Projekt ausgewählt bzw. wie kommt Viva con Agua darauf?

Den ersten Impuls für ein Projekt gibt immer die lokale Bevölkerung. Diese treten auf die Welthungerhilfe oder andere Organisationen vor Ort zu, um einen Bedarf anzumelden. 

Unsere Partner vor Ort prüfen alle Projektvorschläge genau und erstellen eine Auswahl aus Projekten, die zu Viva con Agua passen. Diese werden VcA vorgestellt und nach Kriterien wie Nachhaltigkeit, Integration der Bevölkerung in die Projektarbeit und der politischen Situation vor Ort ausgewählt.

Wie stellt Viva con Agua die Langfristigkeit der Projekte sicher?

Antwort: Viva con Agua legt bei der Auswahl seiner Projekte einen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe. Bei jedem Wasserprojekt werden sogenannte WASH-Komitees gebildet, die darauf achten, dass die Infrastruktur instandgehalten wird. 

Außerdem steht VcA im ständigen Austausch mit den Partnerorganisationen vor Ort. Diese geben in regelmäßigen Abständen Lageberichte über den Projektfortschritt. Auf wiederholt stattfindenden Projektreisen macht sich VcA selbst ein Bild vor Ort und pflegt den intensiven Austausch mit Projektbeteiligten und der Community vor Ort. Bei den Reisen führt VcA auch ein eigenes Monitoring durch.

 

Was ist ein Wasserkomitee?

Antwort: Das Wasserkomitee ist ein eine ehrenamtliche, basisdemokratisch gewählte Gruppe aus der Zivilbevölkerung, die die Projekte vor Ort begleitet. Von Instandhaltung und Reparaturen der Hardware bis zu Schulungen übernimmt das Komitee viele Funktionen. Üblicherweise hat ein Wasserkomitee einenvergleichsweise hohen Frauenanteil.

Wieso bezahlen die Menschen vor Ort für die Nutzung eines Brunnens?

Antwort: Das ist notwendig, um die Nachhaltigkeit eines  WASH-Projekts zu fördern. Der Beitrag dient z.B. dazu, Brunnen zu reparieren, falls etwas nicht mehr funktional ist etc. Dabei geht das gezahlte Geld nicht an Viva con Agua, sondern wird vom WASH-Komitee verwaltet. Die Höhe des Betrags, der zu zahlen ist, wird basisdemokratisch von der Bevölkerung bestimmt und richtet sich nach den ökonomischen Verhältnissen der Bewohner vor Ort.

 Was kommt denn von den Spenden in den Wasserprojekten an?

Antwort: Spenden an Viva con Agua werden wie folgt verwendet

Das Besondere: Bei vielen Projekten kommt es zu einer sogenannten Hebelwirkung. Gemeinsam mit unseren Partnern, wie beispielsweise der Welthungerhilfe, stellen wir Anträge, um aus euren Spenden das Maximum herauszuholen. So schaffen wir es immer wieder, zusätzliche Förderung von Projekten durch Drittmittelgeber, also beispielsweise öffentliche Stellen, zu erreichen. Im Durchschnitt erzielten die letzten Förderungen eine Hebelwirkung mit Faktor 4!