Der Sport als universelle Sprache

Wer es noch nicht wusste: Viva con Agua liebt Abkürzungen. Eine dieser Abkürzungen lautet UL4BC, was für „Universal Language For Behaviour Change” steht. Auch in der Langform noch nicht ganz klar, was damit gemeint ist? Gar kein Problem, Aufklärung folgt: Auf der Welt werden über 7.000 Sprachen gesprochen, von den unzähligen Dialekten mal ganz abgesehen. Trotzdem sind wir davon überzeugt, dass es Sprachen gibt, die jede*r versteht: Kunst, Musik und Sport. Wir nennen sie die universellen Sprachen. Nach und nach werden diese hier im Detail vorgestellt.

Football4WASH ist eine freudvolle Lernmöglichkeit für Schüler*innen

Das Programm Football4WASH sensibilisiert auf spielerische Art und Weise für Verhaltensweisen rund um Wasser, Toiletten und Hygiene und ermöglicht so ein gesünderes Leben. Entwickelt vom Team in Uganda, kommen die Übungen auch in Mosambik und Südafrika gut an.

Es muss nicht immer ein Fußballplatz sein: eine Wiese reicht, ein paar Hütchen als Markierungen, ein paar Fußbälle und los geht‘s. Die Trainer*innen pfeifen in Trillerpfeifen und geben Kommandos, die Schülerinnen und Schüler hören aufmerksam zu, laufen mit dem Ball am Fuß durcheinander, passen, schießen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ganz normales Fußballtraining, wie es überall auf der Welt stattfinden könnte. Ist es aber nicht. Wer genau hinhört, bemerkt schnell, dass es hier noch um etwas anderes geht: Warum ist es wichtig, eine Toilette zu benutzen, statt sein Geschäft hinter dem nächstgelegenen Busch zu verrichten? Warum sollte man sich danach die Hände waschen? Warum sollten Wasserquellen vor Tieren geschützt sein? Und was sind eigentlich Bakterien?

Von Uganda nach Südafrika

Was hier an einer Schule in Bulungula, einer Region am Eastern Cape in Südafrika, trainiert wird, nennt sich Football4WASH. Es ist die Verbindung von spielerischen Übungen aus dem Fußballtraining mit der Wissensvermittlung rund um das Thema WASH. WASH steht für Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene. Der Zugang zu diesen drei Komponenten ist hier in Bulungula nicht selbstverständlich. Im ländlichen Südafrika haben 19 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu einer sicheren Trinkwasserversorgung. 25 Prozent haben keinen Zugang zu einer sicheren Sanitärversorgung und 73 Prozent haben keinen Zugang zu Handwascheinrichtungen mit Wasser und Seife.  

Schüler*innen bei Übungen eines Football4WASH Turnier in Uganda. Foto: Papa Shabani

Seit 2020 werden an 50 Schulen in der Region Toiletten, Wassertanks und Handwaschanlagen installiert. Für Mercy Hombakazi Nqandeka, die selbst aus der Region stammt, ist es ein sehr besonderes Projekt. Nach einigen Jahren im Ausland ist sie nun in ihre Heimat zurückgekehrt, um als Projektmanagerin für Viva con Agua zu arbeiten: „Schulen, die keine Toiletten und Wassertanks hatten, haben jetzt beides. Menschen, die diese Schulen besuchen, müssen nicht mehr in den Busch gehen oder das Wasser aus dem Fluss holen. Es ist wunderschön diese Entwicklung zu sehen, denn es verändert das Leben der Menschen hier.“ Zu den Herausforderungen gehört aber auch, die Bedeutung und die Nutzung der neuen Anlagen bei den Menschen zu verinnerlichen. Das funktioniert in der Arbeit mit Kindern am besten über die spielerische Vermittlung durch die universellen Sprachen Kunst, Musik und Sport.

15 Übungen hat das Team aus Uganda entwickelt 

Deshalb ist Francis Mugoya im September 2021 nach Bulungula gereist. Er lebt in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, ist einer der Mitgründer von Viva con Agua Uganda und leitet die WASH-Aktivitäten der Organisation. Die Mitarbeitenden von Viva con Agua Uganda haben Football4WASH 2015 erfunden und die Übungen in den folgenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. „Mittlerweile gibt es 15 leicht zu erlernende, spielerische Übungen, die Wissen über WASH und den Umgang mit WASH-Einrichtungen beinhalten“, sagt Francis, der im vergangenen Jahr bereits in Mosambik war, um die Übungen dort an das lokale Team von Viva con Agua weiterzugeben.

Mercy, die vor ihrer Anstellung bei Viva con Agua Südafrika ebenfalls beim Bulungula Incubator als Volunteer arbeitete, ist begeistert von der Wirkung, die Football4WASH entfaltet. „Die Kinder lernen, während sie Fußball spielen. Das ist etwas ganz anderes, als in der Klasse zu sitzen und zu lernen. Außerdem freuen sich die Kinder mehr auf die Schule.“ Auch das künstlerische Gestalten der Schulgebäude gehört zum UL4BC-Programm von Viva con Agua. „Die Kinder sind an der Verschönerung ihrer Schulwände beteiligt“, erzählt Mercy. „Das fördert die intrinsische Motivation. Vor allem die Kids, die sich mit dem normalen Lernen etwas schwerer tun, blühen auf.“

Rund 20.000 Schüler*innen profitieren von den Projekten in Südafrika

Das ist auch immer wieder bei den Football4WASH-Schulturnieren zu beobachten. Wie in Kampala schon häufig durchgeführt, finden auch in Bulungula Wettbewerbe statt. Dort treten Schulen gegeneinander an, führen die Übungen vor und beantworten Fragen. Es ist eine Mischung aus sportlicher Aktivität und WASH-Quiz. Wer die meisten Punkte sammelt, gewinnt. Das Tolle an den Wettbewerben: „Wenn irgendwo etwas los ist, dann kommen automatisch Leute aus den umliegenden Gemeinden zusammen“, sagt Francis. „Das erhöht den Impact zusätzlich und es profitieren nicht nur die Schulkinder.“

In den nächsten Jahren werden rund 20.000 Schülerinnen und Schüler durch die Projekten von Viva con Agua Südafrika profitieren. Viele von ihnen werden auch am Football4WASH-Programm teilnehmen. Sie verbessern ihre sportlichen Fähigkeiten, lernen, ihr Verhalten den neuen WASH-Einrichtungen anzupassen und sich vor Krankheiten zu schützen. „Football4WASH leistet einen großen Beitrag, die Gesundheit der Kinder zu fördern“, sagt Francis. „Und es funktioniert überall!“ Die nächsten Trips sind bereist geplant. Sambia, wo Viva con Agua das Projekt WASH ´n´ Soul unterstützt, ist angedacht. Und 2022 soll Berna Namwanje, eine Kollegin von Francis aus Kampala, nach Indien reisen. Dort soll erstmals außerhalb des afrikanischen Kontinents der Grundstein für die Implementierung von Football4WASH gelegt werden. Außerdem sollen Coaches ausgebildet werden und so die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessert werden.

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